Höchst
beunruhigt startet Jorge Gonzalez, Chef der Designermöbelfirma
AvanTec, S. A., seinen Wagen und macht sich auf den Weg in sein
fünfzehn Kilometer entferntes Büro in Barcelona. Als er heute früh
morgens beim Frühstück überraschend einen Anruf von seinem
ehemaliger Geschäftspartner Conrado Díaz erhielt, hatte dieser
wahrlich keine guten Neuigkeiten für ihn: Madera Inc., eine Firma,
die in der Holzindustrie Spaniens eine Vormachtstellung einnimmt,
arbeitet an der Herstellung eines ähnlich innovativen Lackes, wie
ihn AvanTec bereits anbietet. Und obwohl sich deren Forschungen erst
im Anfangsstadium zu befinden scheinen, kann es doch nicht lange
dauern, bis sie ihr Produkt auf den Markt bringen werden. Damit sind
Jorges Befürchtungen Realität geworden, dass ein
Konkurrenzunternehmen den Technologievorsprung von AvanTec aufholen
könnte. Seine kleine, aber durchaus innovative Designermöbelfirma
könnte dadurch die Wettbewerbsfähigkeit verlieren. „Dabei
hätte AvanTec durchaus großes Potenzial!“,
ärgert sich Jorge über seine eigene Nachlässigkeit, denn schon
längst hätte der Unternehmer sich um geeignete Kooperationspartner
umsehen müssen. Andererseits ist dies leichter gesagt, als getan,
fehlt es dem Unternehmen doch an einem großen Netzwerk und damit vor
allem an geeigneten Möglichkeiten zur Verbreitung seiner
Produktionstechnologien. Zu lange hat Jorge dieses Problem schon vor
sich hergeschoben… „Aber
jetzt muss etwas geschehen“,
denkt sich der AvanTec-Chef und öffnet mit einer neu entdeckten
Entschlossenheit schwungvoll die Tür zu seinem Büro.
Eilig auf- und abschreitend überschlagen sich Jorges Gedanken nahezu, während er verschiedene Möglichkeiten in Betracht zieht und wieder verwirft. „Unsere Produkte können sich schließlich durchwegs zeigen lassen. Und gerade mit Inolaca könnten wir zudem wirklich groß in der Holz- und Möbelindustrie durchstarten“, denkt sich Jorge, als sein Blick auf das Foto vom Techniker-Ball fällt, das ihn mit seinem alten Freund Carlos und dessen Frau zeigt. „Carlos! Wie konnte ich nur Carlos vergessen!!!“, ruft er plötzlich erstaunt laut aus. Carlos, der nicht nur ein erfahrener Unternehmer, sondern auch der Networker schlechthin ist, kann ihm mit Sicherheit weiterhelfen. Sofort greift Jorge zum Telefon:
Carlos:
Jorge, wie geht’s?
Jorge:
Danke, sehr gut. Ich hoffe, deine Frau und deine Kinder sind wohlauf?
Carlos:
Ihnen geht es bestens. Alejandro ist gerade zum Jungunternehmer des
Jahres gekürt worden. Aber ich bin sicher, du hast davon gehört.
Jorge:
Natürlich. Meine herzlichen Glückwünsche!
Carlos, hättest du
vielleicht Zeit für ein Treffen? Ich würde gerne einige Dinge mit
dir besprechen.
Carlos:
Für dich habe ich doch immer Zeit! Mal sehen… Ich könnte meinen
Nachmittagstermin verschieben, falls es sehr eilt. So gegen 15.00 Uhr
wäre ich dann frei.
Jorge:
Das wäre fantastisch. Dann zum Lunch in unserem Stammcafé?
Carlos:
Abgemacht!
Als
sich Jorge von Carlos verabschiedet hat, setzt er sich sofort an
seinen Schreibtisch und beginnt, erste Gedanken auf den Schritt in
eine neue Zukunft festzuhalten. Denn es wäre doch gelacht, wenn er
sich von Madera Inc. einschüchtern ließe…



